Ute Krüger – Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Prenzlauer Berg

AD(H)S

Jedes Kind ist manchmal unruhig. Manche Kinder haben einfach mehr Temperament als andere. Kinder mit einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) unterscheiden sich aber von Kindern mit diesen ganz normalen Entwicklungserscheinungen vor allem in den Bereichen:

AD(H)S-Kinder lassen sich z.B. in der Schule leicht ablenken und können dem Lehrer nicht lange zuhören. Umfangreichere Aufgaben oder Hausaufgaben können sie nur schwer ohne Unterstützung zu Ende zu bringen, während selbstbestimmte Tätigkeiten, wie z.B. Spielen mit Nintendo, keine Schwierigkeiten bereiten.

Es fällt diesen Kindern überaus schwer, Bedürfnisse aufzuschieben oder abzuwarten. Typischerweise rufen sie in der Schule dazwischen. Bei Kritik sind sie sehr leicht frustriert, bis hin zu heftigen Impulsdurchbrüchen (mit verbalen und körperlichen Übergriffen in Familie oder Schule). Auch durch Ermahnungen und Regeln scheinen sie nicht dauerhaft beeinflussbar.

Am ehesten fallen die Kinder auf, die zusätzlich unter erheblicher Hyperaktivität leiden, sich ständig bewegen müssen, nicht still sitzen können.

Kinder, die sich eher ruhig verhalten, den Unterricht nicht aktiv stören, fallen häufig zunächst kaum auf. Es fällt ihnen aber schwer fällt, sich über längere Zeit zu konzentrieren, sie „träumen vor sich hin“ und können dem Unterricht nicht folgen.

Wenn ihr Kind in allen drei Bereichen (Konzentrationsschwäche, Impulsivität und Hyperaktivität) Auffälligkeiten zeigt, könnte es unter einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADHS) leiden. Diese Kinder fallen wegen ihrer ausgeprägten Unruhe bereits im Kleinkindalter auf.

Zur Diagnose werden neben Beobachtung und Testdiagnostik des Kindes Informationen von Seiten der Eltern und Lehrern mittels Fragebögen erhoben und ausgewertet.

Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Auffälligkeiten:

Bei einer leichten bis mittleren ADS-Ausprägung reichen in der Regel Beratungen von Eltern und Kind im Rahmen einer funktionellen Entwicklungstherapie, in welcher gemeinsam klare Regeln im Zusammenleben und für den Schulbesuch entwickelt werden. Das Kind kann so lernen, sich angemessen zu verhalten.

Die Konzentrationsfähigkeit kann in unserer Praxis auch über speziell hierfür ausgearbeitete Trainingseinheiten gefördert werden.

Bei schwerer Ausprägung der Symptome sollte langfristig eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden, die jedoch therapeutisch begleitet werden sollte.

weiterführende Links


www.adhs.de

www.hypies.de

Website von Betroffenen

www.auek.de

Bundesverband überaktives Kind

www.ads-ev.de

Elterninitiative zur Förderung von Kindern mit ADHS

Literatur


Hartmann, T., Eine andere Art die Welt zu sehen. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. (2009)

Döpfner, M. u.a, Wackelpeter und Trotzkopf (2011)

Neuhaus, C, Das hyperaktive Kind und seine Probleme (2002)

Hallo, E., u.a., Zwanghaft zerstreut. Die Unfähigkeit aufmerksam zu sein. (1999)