Ute Krüger – Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie im Prenzlauer Berg

Kinder in Trennungssituationen

Eine Trennung oder Scheidung von Eltern hat häufig eine hohe psychische Belastung mit Entwicklung von Angst für die Kinder zu Folge. Zerbricht das für sie vertraute familiäre System, fühlen sich die Kinder häufig in ihrer Existenz gefährdet. Sie fürchten z.B., einen der beiden, Mutter oder Vater, zu verlieren. Manchmal haben sie das Gefühl, den einen Elternteil zu verraten wenn sie den anderen immer noch mögen – sie geraten in einen sog. Loyalitätskonflikt, fühlen sich zwischen Vater und Mutter zerrissen

Häufig entwickeln Kinder in Trennungssituationen auch erhebliche Schuldgefühle – sie suchen bei sich die Gründe für das Scheitern der elterlichen Beziehung: sie waren „zu böse“ und haben die Eltern auseinander gebracht.

Durch all dies leidet bei Kindern in Trennungssituationen das Selbstwertgefühl, was sich in Form von Verhaltensauffälligkeiten zeigen kann. So kann es z.B. zu einer Krise in der Entwicklung kommen mit regressivem, erneut kleinkindhaftem oder sehr zurückgezogenen Verhalten oder auch zu massiver Anspannung mit heftigen Wutausbrüchen meist gegenüber dem Elternteil, bei dem das Kind seinen Lebensschwerpunkt hat.

Häufig entwickeln die Kinder psychosomatische Erkrankungen wie Kopf- und Bauchschmerzen, zeigen in Kindergarten und Schule Lustlosigkeit oder verlieren ihr Interesse an Hobbies, die ihnen zuvor wichtig waren. Die Leistungsmotivation insgesamt ist beeinträchtigt.

Während bei Jungen eher auch aggressives Verhalten auftritt, verhalten sich Mädchen nicht selten übermäßig angepasst..

Je auffälliger die Symptomatik desto früher suchen die Eltern Rat in der kinder-und jugendpsychiatrischen Praxis oder beim Kinderpsychologen. Im Rahmen einer Reihe von klärenden und beratenden Gesprächen mit Eltern und Kind lässt sich zumeist schon eine Verbesserung des Selbstwertgefühls und des gegenseitigen Verständnisses erreichen.

Bei anhaltender Problematik und ausdrücklichem Wunsch von Kind und Eltern kann jedoch auch eine längerfristige Einzelpsychotherapie zur Stabilisierung des Kindes in der neuen Familienstruktur sinnvoll sein.